glimpses of eternity
Männer, glaubt!

Wenn selbst die ganz Grossen der Bibel daran scheitern, dann muss das tatsächlich eine grosse Herausforderung sein, an Verheissungen von Gott festhalten zu können. Das ist, was die Bibel "Glauben" nennt. Warum ist "Glauben" so wichtig? Durch Jesus sind wir vom Gesetz befreit. Das bedeutet unter anderem, dass wir dazu berufen sind, im Glauben zu leben (Galater 3, 24). Was heisst denn das, im Glauben zu leben? In Galater 4 macht Paulus ein Beispiel wie das ausschaut, wenn man "im Glauben lebt" oder eben nicht: Abraham hatte von Gott die klare Verheissung gekriegt, dass er einen Sohn bekommt. Ich meine, wenn Gott selbst (1.Mose12 "Gott erschien Abram" ) mir das sagt, Engel schickt, die mir das sagen: Wie könnte ich da an seinem Wort zweifeln? Kann mir gut vorstellen, dass die Zeit den Zauber der Verheissung schmälert. Dass er sich plötzlich die Frage stellte: "Hat Gott das überhaupt gesagt?" oder: "Abraham, denk jetzt mal ganz rational: Wie wahrscheinlich ist es, dass Sarah in ihrem Alter noch ein Kind kriegt?" Als Sarah ihm dann vorschlägt, er solle doch ein Kind mit seiner Magd machen, findet Abraham das gar keine schlechte Idee. Er tut es, wie wird schwanger. Achtung! Zwei Dinge. Erstens: Die Frau macht - wie bereits bei Adam und Eva - einen Vorschlag, der nicht im Sinne von Gott und seiner Verheissung ist. Jetzt können alle Männer wieder den Zeigefinger rausstrecken und über die verführerischen Frauen schimpfen, die die Männer ins Unglück stürzen. Meine Frage: Wieso sind diese Männer des Glaubens nicht stark genug? Warum können sie im entscheidenden Moment nicht einfach "Nein" sagen? Warum stehen sie nicht ein für ihren Glauben? Ich wünsche mir Männer, die glauben. Die für ihre Frauen glauben und für sich selbst. Die ihre Frauen ermutigen, an Gottes Verheissungen festzuhalten. Und sich nicht von den Umständen beeinflussen lassen. Ich wünsche mir zudem Frauen, die ihre Männer im Glauben ermutigen. Selbst wenn niemand mehr an die Verheissungen von Gott glaubt, seine Freunde ihrem Ehemann abraten, die Wirtschaftslage was anderes sagt: es ist so entscheidend, dass und vor allem wie Frauen ihre geistliche Leiterschaft in der Ehe wahrnehmen! Es entscheidet darüber, ob ihr Mann in der Lage ist, Gott bis zum Schluss treu zu sein. Zweitens: In Galater 4, 23 schreibt Paulus: "Der Sohn der Sklavin wurde geboren, weil Abraham versuchte, die Erfüllung der Verheissung Gottes mit menschlichen Mitteln zu erzwingen. Der Sohn der freien Frau aber wurde geboren, weil Gott selbst sein Versprechen erfüllte." Was für eine Power hat es, wenn Gott selbst sein Versprechen erfüllt!!! Wir sollen im Glauben leben. Das kann bedeuten, auf Verheissungen warten zu müssen. Oft hat man das Gefühl, so selbst nicht viel dazu beitragen zu können. Und fragt sich, ob man nicht noch diese oder jene Schritte tun sollte, 'man darf doch nicht so passiv sein'. Ist man nicht. Denn der Akt des Glaubens beansprucht viel Kraft und ist an eine aktive Haltung. Es gibt Dinge, die soll man angehen, weil Gott einem die Verheissung dazu gibt. Und es gibt Dinge, auf die hin man glauben muss. Weil Gott einem die Verheissung dazu gibt.
15.11.13 11:17


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 Ihr werdet mich suchen und finden
- Jeremia 29, 13 -

Dubai, eine völlig irre Stadt im Nirgendwo. Zumindest aus gutbürgerlicher Schweizersicht betrachtet. Und für mich ein Ort, wo ich ganz viel gefunden habe.

Obwohl ich nicht wusste, was ich eigentlich suchte. Einfach getrieben von der Sehnsucht danach zu sehen und tief in mir drin zu wissen, dass Gott in meinem Leben dabei ist,. Nicht bloss ein "Ich-leb-etwas-mit-Gott" Lebensstil zu haben, sondern einer von den Menschen zu sein, die sich in die Heldengallerie von Hebräer 11 einreihen können. Mit denen Gott Geschichte schreibt.

Und ich habe erkannt: Es ist eine Tatsache und nicht bloss ein frommer Wunsch: the best is yet to come! Es gibt mehr als nur fromm sein. In der Tat. Es gibt eine Wichtigkeit im Leben von Christen, die über das Normale hinausgeht!!

Was wäre wenn: Gott möglicherweise wirklich daran interessiert sein könnte, meine Geschichte zu schreiben - und nicht einfach eine?

Es gibt zwei Dinge, die zu diesem Gefühl der tiefen Erkenntnis von Gottes Handschrift in meinem Leben beitragen.

Erstens:
Es tat so gut zu verstehen, dass das Königtum im Alten Testament gar nicht zwingend Gottes ursprünglichem Plan entsprach. Gott hat mit der Einsetzung von Saul dem Wunsch vom Volk Israel entsprochen. Und David kam als Ersatz für Saul. Der vielgepriesene König (der Herzen) war eine "Ersatz-Lösung". Und wir erzählen die Geschichte immer so, als hätte Gott schon immer genau das tun wollen, was in der Bibel steht. Doch was, wenn Gott keinen wirklichen Plan hatte? Wenn sein einziger Plan darin besteht, mit den Menschen zu leben?

Zweitens:
Gott geht auf unsere Wünsche ein. Auf unsere Gebete. Gott will nicht seine Geschichte schreiben, sondern unsere (gemeinsame) Geschichte. Daraus ergibt sich: Gott ist mega persönlich!
Gott meint mich. Da gibt es keine offiziell wichtige Menschheitsgeschichte, die wir hier auf Erden abspulen müssen und wenn der Antichrist dann da ist, werden wir von diesem mühsamen Dasein erlöst. Sondern da gibt es einen Gott, der in Gemeinschaft mit Menschen leben will. Nicht erst im Paradies, sondern hier. Und ihm bedeutet was ich mache, tue und denke viel! Er gibt sich mit meinem Kleinkram ab. Und er ist voller Vorfreude auf das, was in meinem Leben noch geschieht. Er sinnt darüber nach, wie er mich beschenken könnte. Was er mich alles erleben lassen will. Er zieht über die ganze Welt Fäden - Jahre bevor ich das nur ahne - und spinnt ein wundervolles Netz aus Beziehungen, Möglichkeiten und Begegnungen.

Wer könnte einem solchen Gott widerstehen??

28.5.09 20:33


Nun ihr aber Gott erkannt habt, ja vielmehr von Gott erkannt seid, wie wendet ihr euch denn wiederum zu den schwachen und dürftigen Satzungen, welchen ihr von neuem an dienen wollt?
- Galater 4, 9 -

Wer kennt sie nicht? Die ewiggleichen Diskussionen um Gnade und Gesetz. Die meistens darin münden, dass es halt verschiedene Ansichten gäbe und man das eben nicht so sagen könne.

Doch es gibt keine zwei Meinungen zu diesem Punkt in der Bibel. Sondern nur die eine: Dass wir nämlich begnadigt sind und der Wettkampf um den "Pharisäer des Jahres" offiziell abgeschafft wurde.

Die einzige Frage, die sich die gequälten Geister stellen ist: wie lebe ich denn in dieser Freiheit? Was muss ich alles tun, damit dieser neue Ansatz Realität wird? Denn irgendwas muss ich doch tun, und ich kriege nur, worum ich mich auch bemühe. Und schwupps, sind wir wieder bei Galater 4, 9 angelangt. Und bei Paulus, der paar Sätze weiter hinten kläglich fragt: waren denn all meine Bemühungen umsonst??
Die Konsequenz unserer kläglichen Bemühungen, die wir in bestem Wissen und Gewissen vollbringen, ist krass. So krass, dass dies eigentlich Inhalt jeder Predigt sein müsste: Galater 5, 4: "Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid von der Gnade gefallen."

Die Message von Gott an seine Kinder ist simpel und einfach: Lebt! Lebt endlich! Weil ihr dazu berufen seid. Weil ich euch den Weg dazu freigemacht habe (sonst hätte ja der Tod von Jesus am Kreuz gar keinen Sinn gehabt). Hört auf, euch um euch selbst und eure Gerechtigkeit zu drehen. Eure guten Werke zu zählen und besser zu werden. Hört auf, danach zu streben, richtig zu leben! Hört einfach bitte auf!!!

Nein, kein Aber sei an dieser Stelle zugelassen! Nehmt das einfach mal so an! Und beginnt mal darüber nachzudenken, was denn das bedeuten könnte, falls es denn wirklich so wäre.

Falls wir wirklich nicht mehr besser werden müssen, dann würde das ja heissen, wir sind gut (sind wir auch: Gal. 2, 16). Falls wir tatsächlich gut sind, hätten wir plötzlich ganz viel Zeit uns um andere Dinge zu kümmern. Zum Beispiel um Gott selbst?! Wir können mit Gott leben, Sinn und Zweck unserer Freiheit. Wir können entdecken, wer und wie Gott wirklich ist. Nicht nur wissen, dass er Vater ist, sondern erleben, dass er Vater ist. Das ist das, was das Christentum einmalig macht. Dass wir Kinder Gottes sind. Dass da jemand ist, der uns geschaffen hat, uns liebt und kennt und: an uns, unserem Leben und unseren Gedanken interessiert ist!

Christ sein hat viel mit Wissen zu tun. Allerdings dem Wissen, das auf Erfahrung beruht. Auf dem Erleben. Es reicht nicht, zu lesen, dass Gott Vater ist. Dass er für alles sorgt (Matth. 6, 32). Gott muss man erfahren haben!

Das vielgepriesene Evangelium ist keine Lehre für Gutmenschen. Sondern ein Erlebnis für Leute, die auf der Suche nach ihrem Schöpfer und Vater sind.

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13.5.09 08:52


"Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle."
- 1. Korinther 13, 1 -

Christlich orientierte Menschen lesen diese Bibelstelle. Und beginnen sofort damit, ihre Motivation für alle guten Taten zu ergründen. Habe ich die alte Frau im Bus wirklich geliebt, als ich ihr den Platz überliess? Ist meine Absicht rein und voller Liebe, wenn ich als Leiter eine Entscheidung treffe? Liebe ich meine Schäfchen da genug? Die Rettung aller Gewissensbisse naht:
Ich glaube nicht, dass wir hierbei von Menschenliebe ausgehen müssen! Es geht nicht darum, dass wir viele gute Taten vollbringen und die Menschen dabei auch lieben.

Es geht darum, dass wir Gott lieben!
Wir können noch so tolle Christen sein, noch so viel Gutes tun, die Menschen lieben, unsere Herzen bewahren, weniger sündigen und was auch immer gute Christen noch so alles machen. Aber dies alles nützt uns so nichts, wenn wir an der eigentlichen Bestimmung vorbeileben: Gott zu lieben und von ihm geliebt zu werden.
Oftmals haben wir unseren Fokus darauf gerichtet, was wir noch alles besser tun müssten. Wo wir uns noch investieren könnten. Wir suchen verzweifelt eine Berufung, die sich in Tun ausdrückt.

Doch was, wenn der Fokus nicht auf dem Tun ist? Und alles Tun vergeblich, solange wir nicht mit dem Herzen begriffen haben, was Liebe eigentlich bedeutet?
Dann würde das bedeuten, neu anzufangen. Alles aus unserem Leben zu kippen, was uns daran hindert, zu Gott zu kommen. Ihn von Herzen zu lieben. Radikales Christsein zeigt sich nicht in den Taten, sondern im Herz. Nicht in einer Liebe, die gewollt ist und um die man sich bemüht. Sondern in einer Liebe, die aus einem ergriffenen Herz resultiert.

Konsequenz daraus kann sein, dass man beginnt, anders zu beten. Dass man der Sehnsucht seines Herzens nachgeht und um dieses tiefe Verständnis von Liebe ringt. Liebe zu Gott ist nicht etwas, das wir aus uns selbst produzieren können. Aber etwas, wozu unsere Herzen bereitet wurden und wo wir lernen können, sie zu gebrauchen! Ohne diese Liebe sind wir religiös. Wir leben und denken wie Gotteskinder, aber der Weg zu Gott selbst ist noch weit und unbekannt.

Setzt alles daran, Gott zu finden! Wer ihm nahe kommt, kommt der Liebe nahe. Und wer der Liebe nahe ist, dessen Herz kommt nicht umhin von ihr ergriffen werden.

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10.3.09 22:00


Der Herr, dein starker Gott, der Retter, ist bei dir. Begeistert freut er sich an dir. Vor Liebe ist er sprachlos ergriffen und jauchzt doch mit lauten Jubelrufen über dich.
- Zefania 3, 17 -

Da kommt so ein kleines Kind. Sagt stolz, es sei schon drei Jahre und ein halbes alt. Streckt dabei vier Finger in die Höhe und grinst verschmitzt. Jöh-Effekt pur.

Dann die Verlegenheitspause. In der das Kind kurz und verschämt wegguckt. Dann plötzlich wie aus dem Nichts sagt: "Guck mal, was ich kann!" Und wild drauf los hüpft.

Jeder Erwachsene ist stolz, dazu auserkoren zu sein, Zuschauer dieses Spektakels zu werden. Denn kleine Kinder zeigen ihre Hüpfmoves nicht vor allen Erwachsenen! Das ist Ehre, Mann.

Gott freut sich ebenfalls riesig darüber, dazu auserkoren zu sein, Zuschauer unserer Hüpfmoves zu werden! Selbst wenn diese aus der Froschperspektive eines Kindes ziemlich kläglich anmuten. In Gottes Augen spiegelt sich dieselbe Freude wieder, die wir auch in den Augen der "Auserkorenen eines Dreieinhalbjährigen" beobachten können. Die unbeholfenen Präsentationen unserer Künste und Fertigkeiten lösen bei Gott einen grossen Schwall Liebe aus. Und irgendwie freut mich die Vorstellung extrem, einfach mal vor Gott rumzuhüpfen und ihm zu zeigen, was ich so alles drauf habe...

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27.1.09 23:03


Doch Jesus erwiderte: "Nein! Die Schrift sagt: 'Der Mensch braucht mehr als nur Brot zum Leben. Er lebt auch von jedem Wort, das aus dem Munde Gottes kommt.'"
- Matthäus 4, 4 -

Ich komme nicht umhin zu gestehen, dass ich einen starken Drang verspüre, meine auftretenden Bedürfnisse unmittelbar irgendwie zu erfüllen. Taucht in mir der Wunsch nach einem neuen Kleidungsstück auf, gehe ich shoppen. Am selben Tag.
Möchte ich von einer Minute auf die andere frisches Gemüse, Popcorn oder Pizza essen, organisiere ich die folgenden Stunden so, dass ich meine Essensbedürfnisse gestillt kriege.

Ich liebe es, meine Bedürfnisse zu befriedigen und den Belohnungseffekt zu erleben, den diese Bedürfnisbefriedigung mit sich bringt.

Doch was Jesus hier sagt und tut, lässt mich innehalten. Jesus hat Hunger. Nicht einfach mal Lust auf Popcorn aus der Mikrowelle. Sondern "sehr" Hunger. Und Hunger ist nunmal noch ein bisschen grundlegender und krasser, als mein eigenes Bedürfnis, das in Zeiten der Überfülltheit des Magens nach einem kleinen Extra verlangt.

Akute Bedürfnisbefriedigung ist oft so leicht entschuldbar. Gerade wenn es um Bedürfnisbefriedigung geht, wo ein Mangel kompensiert wird. Wir sehen das nicht als Sünde. Weil's durchaus "verständlich" ist. Entschuld- und erklärbar. Wir tun etwas (oder tun etwas nicht), weil wir gerade unzufrieden sind mit unserem Leben. Mit unserer Situation. Mit unserem Gefühlszustand. Wir verspüren/haben einen Mangel. Den wir mit gesellschaftlich akzeptierten Verhaltensweisen zu stillen versuchen. Die letztendlich jedoch nicht wirklich gesund für unsere Seele sind. Und diesen Mangel weder stillen, noch langfristig beheben.

Jesus macht ein klares Statement. Obwohl das Stillen von Hunger eine durchaus natürliche Sache wäre, lässt er es bleiben. Er bleibt in der Abhängigkeit von Gott selbst und verzichtet darauf, sich selber zu nehmen, was er doch haben dürfte. 

"Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus dem Munde Gottes kommt." Damit ist nicht einfach das Bibellesen gemeint. Sondern eine Art Urvertrauen, das wir Gott entgegenbringen. Gott führte sein Volk in eine direkte Abhängigkeit von ihm (5. Mose 8, 3). Um ihnen aufzuzeigen, dass das Erfüllen eigener Bedürfnisse nicht das Zentrale ihres Lebens ist.

Für mich bedeutet das, gewisse Dinge einfach nicht mehr zu tun. Mir selbst Einhalt gebieten. Meine Bedürfnisse als durchaus gerechtfertigt anzusehen. Jedoch nicht als Triebfeder meines Verhaltens. Ich möchte aus Gott heraus leben. Von jedem Wort, das aus seinem Mund kommt. Ich will, dass meine Seele in ihm ruht. Selbst wenn alles andere nach Essen schreit. Ich will mein Verhalten nicht mit billigen Entschuldigungen rechtfertigen, die ich teilweise sogar ernsthaft glaube. Sondern mich darauf verlassen, dass er meinen Mangel stillt.
Ich möchte immer wieder davon ausgehen, dass er für mich sorgt, so, wie er sich um Israel gekümmert hat (5. Mose 8). Allen Versuchungen, die mir sagen, ich könnte mich auch selbst glücklich machen, widerstehen. Gerade weil ich weiss, dass sie letztendlich nur Symptombekämpfung sind. Weil das, was ich letztendlich brauche und bedarf immer nur bei Gott zu finden sein wird.
(Was nach meinen bisherigen Erkenntnissen jedoch nicht bedeuten muss, dass ich nicht mehr Shoppen gehen oder frisches Gemüse essen darf...)

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2.1.09 11:59


Ich rede von dem, was ich bei meinem Vater gesehen habe. Auch ihr tut, was ihr von eurem Vater gehört habt.
- Johannes 8, 38 -

Ich habe herausgefunden, dass ich Angst habe - was ich von mir nicht gedacht hätte. Zumindest nicht in dem Ausmass. Aber ich habe Angst. Am Liebsten wäre ich bereits im Himmel. Nicht weil das Leben nicht schön wäre, aber weil es so kompliziert ist. Ich Verantwortung übernehmen muss und nicht weiss, wie und wo.

Gott gibt uns Talente. Wir können damit anfangen, was wir wollen. 

Ich will mich investieren. Ich will nicht meinen Glauben veredeln, während die Menschen um mich herum verelenden. Das Reich Gottes ist bedroht von der Verelendung der Welt. Und ich sitze in meiner gottgesegneten Wohnung und poliere meine Heiliggeist-Erlebnisse.

Mein Herz ist halbherzig und abgeneigt gegenüber Schritten, die über meine Heiligkeitskomfortzone hinausgehen. Die Vielfalt meiner Entschuldigungen für mein Nichtstun ist überwältigend. Ich schäme mich vor mir selbst. Weil die Zeit vergeht und was ich tue die Welt nicht rettet. Zumindest nicht so, wie ich gern hätte.

Ich habe Angst. Ich habe Angst, zu lange zu warten und das Naheliegende nicht zu tun. Ich habe Angst, mich zu investieren und dabei in der Arbeit oder meinem christlichen Umfeld zu versumpfen. 

Meine ganze Geistlichkeit in der Grösse eines Stecknadelknopfs schreit schreit danach, endlich wieder zu wissen, dass ich weiterhin in einer krassen Berufung lebe. Dass Gott mich zum Segen setzt und ich nicht in Selbstanklagen versinken muss, wofür es keinen Grund gibt.

Aber ich bin überzeugt davon, dass da mehr ist als was ich bisher sehe. Und ich reisse meine Augen auf, um Gott zu erkennen und höre mit der Sehnsucht meines Herzens auf seine Stimme. Und alles, was ich zu hören kriege ist "Warte!". Ich habe keine Lust, zu warten. Weil ich in der ständigen Befürchtung lebe, Momente zu verpassen. Dinge zu unterlassen. Mich bei der ganzen Warterei nur noch um mich selbst zu drehen.

Ich fighte mit Gott. So wie einst Jakob (1. Mose 32, 25). Und mein stures Ego kämpft wie eine Wildsau und gibt nicht klein bei. Obwohl ich mich davor fürchte, nach dem Ende dieses Kampfes mein Leben nur noch hinkend zu verbringen (was ich eigentlich nicht will...), kann ich nicht aufgeben. Nicht, ohne alles zu sehen und zu haben, was möglich ist.
Ich will alles, weswegen ich auf den Moment warte, an dem Gott mich niederringt. Ich werde auch nicht aufhören, ihn nicht loslassen, solange er mich nicht gesegnet hat. Auf den Moment warte ich. Und er glaub ich auch.

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9.12.08 22:02


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