glimpses of eternity

Er heißt: wunderbarer Ratgeber, starker Gott, ewiger Vater, Friedensfürst.
- Jesaja 9, 5 -

Es gibt Menschen, die haben Vornamen, wie andere Schuhe im Schrank. Dutzende. Doch benutzen wir häufig ausschliesslich ihren Rufnamen. Oder ihren Spitznamen. In gewissen Fällen kommen auch noch Kosenamen zum Zug. Die bedeuten, was im Wort schon enthalten ist: eine Liebkosung des betreffenden Menschen.

Gott selbst hat viele Namen. Und jeder einzelne dieser Namen ist Ausdruck einer Wertschätzung und eine Liebkosung seines Wesens.
Indem ich jemanden "Zuckersüsses Tigerbärchen" nenne - hoffe doch, da fällt mir noch was anderes ein... - offenbare ich mein Herz. Gleichzeitig macht diese Offenbarung die andere Person zum Geliebten. Und - sollte jemand bei diesem Geplänkel anwesend sein - meine Liebesbeziehung zu dieser Person wird offenkundig mit der Konsequenz, dass alle wissen, wie sie diese Person einzuschätzen haben (Geliebter) und dass darin die Kernaussage unserer Beziehung begründet liegt (wir gehören zusammen und neimand sonst gehört dazu...). Gott beim Namen nennen bedeutet nicht nur, nach ihm zu rufen und sich nach ihm auszustrecken. Es ist Ausdruck meiner Beziehung zu ihm. Ausdruck meines Herzens. Es ist ein Siegesruf. Eine Proklamation. Alle wissen, woran sie sind. Sowohl über meine Beziehung zu ihm. Als auch über seine Person (Geliebter, Herrscher, etc.). Ihn bei seinem Namen zu nennen eröffnet unserem Herzen, neu zu unserer Liebe zu ihm zurückzufinden. Seine Namen sprengen die Mauern, die wir errichtet haben. Sie erfüllen uns mit einem Bewusstsein der Gegenwart  Gottes. Sie führen uns Gottes innigste Wesenszüge vor Augen. Seine Gutherzigkeit, seine Treue, seine Absichten, die so voller Liebe sind.

In Zeiten, wo Gott weit entfernt scheint, ist das Anrufen seines Namens etwas, was die Blockade in unseren Herzen freisetzen kann. Und nicht nur das. Gott wird antworten, wenn wir nach ihm rufen. Er wird uns beim Namen nennen und dadurch neu in seine Gegenwart, in unseren Status der Beziehung ziehen (Jesaja 43,1ff): "Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!" Die Konsequenz daraus gleich im Vers danach: "Denn so du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, daß dich die Ströme nicht sollen ersäufen; und so du ins Feuer gehst, sollst du nicht brennen, und die Flamme soll dich nicht versengen. Denn ich bin der HERR, dein Gott, der Heilige in Israel, dein Heiland."

Du hast alles in der Hand,
der Allmächtige, Herr der ganzen Welt.
Bist Immanuel, der auf die Erde kam,
Du, der Friedefürst und das Opferlamm,
der Lebendige, Herr der Herrlichkeit,
Du regierst für immer, bis in Ewigkeit,
Du der Erste und Letzte, der's gut mit mir meint,
Du mein Retter, Messias, Erlöser und Freund.
Du bist mein Friedefürst und ich lebe nur für Dich.

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14.9.08 15:18


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Jeder Athlet übt strenge Selbstdisziplin. Er tut das allerdings, um einen Preis zu erringen, dessen Wert verblassen wird - wir aber tun es für einen ewigen Preis.
- 1 Korinther 9, 25 -

Ich bin gerührt. Ziemlich. So gerührt, dass sogar einige Tränchen aus den Augenwinkeln gerutscht und im Glitzerkerzenlicht über die Wangen gerollt sind.

Umgeben von so vielen Menschen, die ich liebe - und die mich anscheinend auch ein bisschen mögen. Die klatschen und nicht mehr aufhören wollen. Während der Tontechniker die emotionalste Platte auflegt, die Musik auf ein Crescendo der Superlative hinsteuert und so den Höhepunkt der Klatschetappe einläutet. Umarmungen, grosse Worte von grossen Menschen, Geschenke und liebevolle Gesten.

Was soll ich sagen? Weil ich im Vorfeld weder nominiert noch instruiert worden bin. Keine klugen Worte vorbereitet habe. Nun dastehe während der Applaus abbebt, und der Moment kommt, der eine Rede oder zumindest etwas ähnliches fordert. Mein Kopf ist so leer wie ein Luftballon, den man mit einer Nadel kurz aber heftig gepiekt hat.

Und gleichzeitig übersprudelnd. Ich freue mich. So einfach ist das.
Ich freue mich an den Menschen, die dort stehen. Die aufstehen und nicht sitzen bleiben. Die vorwärtsgehen und deren Leben Geschichte schreiben wird. Weil sie aufstehen. Ich freue mich an dem, was Gott in ihre Herzen gelegt hat. Weil dies nicht Theorie und Wunschdenken, sondern fass- und sichtbar ist! Was ich auch sage. Oder zumindest habe ausdrücken wollen.

Life goes on. Der Abend ist noch lange. Zum Glück. Wer will schon dann aufhören, wenn's am Schönsten ist?

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7.9.08 22:24


Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand.
- Psalm 73 23 -

Leben kann anstrengend sein. Oftmals gedanklich so absorbierend, dass sich unser Hirn (zumindest meins...) einzig auf Essen und Schlafen polt. Und beim Rest auf Autopilot umschaltet.

In solchen Zeiten tappt Mensch, der ich bin, durch Termine und Programme, durch Gespräche mit Freunden, durch Sitzungen und Organisationen. Ohne wirklich noch irgendetwas anderes zu tun als das Allernotwendigste, das gerade anfällt.

Den Umständen zum Trotz. Sogar noch besser: einfach so. Ohne etwas anzubringen. Bleibe ich bei Gott. Unabhängig von meinem Beitrag zum Erlangen der himmlischen Sphären sind diese dennoch ein konstanter Zug in meinem Leben. Gott persönlich hält mich an seiner rechten Hand.

Gott ist derjenige, welcher uns jederzeit völlig präsent hat. In seine Hände hat er uns gezeichnet. Unseren Namen stets vor Augen. Er umsorgt mich mit jeglichen Dingen. Wie ein Vater, der mit seinem Kind unterwegs ist, gilt Gottes Aufmerksamkeit meinen Schritten und meinem Weg. Ich kann staunen, träumen, leben, rennen, stehenbleiben - ohne mir weiter Gedanken zu machen. Denn Gott selbst sorgt für mein Wohlergehen. Er selbst hält mich an seiner rechten Hand.

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21.8.08 23:13


Der Herr, der Gott Israels, unter dessen Flügeln du Zuflucht gesucht hast, soll dir das vergelten und dich reich dafür belohnen.
- Ruth 2, 12 -

Du hast genügend getan. Geniesse das Leben. Wirf die Lasten ab, die dein Leben schwer machen. Verzichte nicht auf Vergnügen. Tue, was andere bereits getan haben. (Noemi in Ruth 1)

Die Argumente sind überzeugend. Nachvollziehbar. Logisch betrachtet sinnvoll. Und in bestimmten Lebenssituationen sind wir so dankbar dafür. Passivität zu entschuldigen. Kompromisse zu erklären. Aufgeben zu rechtfertigen.

Aber daran entscheidet sich so viel. Es sind niemals grossartige Schicksalsschläge, mit Trommelwirbel und Gewitterwolken angekündigt. Die über unser Leben mit Gott entscheiden. Es sind die kleinen Dinge im Alltag. Die Kompromisschen zwischendurch. Aussagen, die niemals aus Gottes Mund kämen. Lifestyle, der im Widerspruch zur Heiligkeit der Gotteskindschaft steht. Verharmlosungen, Verniedlichungen bestimmter Themen, Mainstream. Die Bereitschaft, Gott zu verleugnen und kurzzeitig das "weltliche Mäntelchen" anzuziehen. (Ächz, das hört sich alles so an, wie von uralten Predigern mit weissem Bart und rocktragender Ehefrau geschrieben. Aber muss wohl so sein.)

Daran entscheidet sich unsere Zukunft. In Galater 6, 7 steht: "Täuscht euch nicht! Macht euch klar, dass ihr Gott nicht einfach missachten könnt, ohne die Folgen zu tragen. Denn was ein Mensch sät, wird er auch ernten."
Wir entscheiden über unsere Zukunft. Darüber, wie sehr unser Leben von Gottes Anwesenheit und seinem Wirken geprägt sein wird. Wir entscheiden über unseren Seelenzustand. Über die Menschen, welche durch uns von Gott berührt werden.

Hingabe ist eine Entscheidung. Die Entscheidung für oder gegen Gott. Wenn Gott nicht das ganze Herz kriegt, wird Christsein zu "Gutmenschtum". Es gibt kein Zwischendrin. Denn wie Ruth werden wir immer wieder herausgefordert werden, aufzugeben. Uns abzuwenden. Unser Leben lieber selbst in die Hand zu nehmen.

Lass Dich nicht einlullen von Argumenten. Lass Dir nicht einreden, dass irgendetwas anderes besser ist, als was Gott selbst für Dich bereit hält. In Römer 8, 32 steht, dass Gott nicht mal seinen einzigen Sohn verschont hat. Wie kommt es, dass wir seine guten Absichten immer wieder hinterfragen? Wie können wir nur so blöd sein, zu glauben, irgendeine Alternative sei besser als Gottes Willen zu befolgen? Die Argumente sind seltsamerweise immer wieder überzeugend. Uns geht es immer grad mal wieder schlecht. Nerven liegen blank und Enttäuschungen türmen sich auf.

Es ist an der Zeit. Zu kämpfen! Gegen rebellische Herzen, die aufmüpfig in unserer Brust pochen. Jedoch nichts mehr zu sagen haben (Römer 8, 5). Jesus' Sieg über unseren Leben zu proklamieren und ihm unsere störrischen Herzen hinzulegen. Gott schenkt uns das Wollen und das Vollbringen. Ohne ihn können wir nichts tun. So dass das einzige Gebet sich manchmal beschränkt auf die Bitte, Gott möge - in Anbetracht unseres Nichtwollens - das Wollen und Vollbringen schenken.

Happyend: Und wir werden den Segen ernten, mit dem Gott uns überschütten will. Ist das nicht geil?!

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19.8.08 00:06


Siehe, so viel Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten; und du hast mir nie einen Bock gegeben, daß ich mit meinen Freunden fröhlich wäre.
- Lukas 15, 29 -

Ein guter Christ zu sein, ist nicht immer einfach. Denn, wie in 2. Petrus 1, 3ff beschrieben gehört sehr viel Selbstdisziplin, Fleiss, Geduld, Selbstbeherrschung und noch viele solcher mühsamen, anstrengenden Tugenden dazu.

Nach Gottes Willen zu leben, seine Gebote zu halten, im Vertrauen darauf, dass er sorgt. Für alles, was die kleine, menschliche Seele zu ihrem Glück benötigt. Kann manchmal ganz schön frustrierend sein. Und oftmals ergeht es dem vorbildlichen Christen wie dem Sohn, der beobachtet, wie der "verlorene Sohn" nach Hause kommt. Sich alles Lebensglück selbst geholt hat, und nun - nach seinem Scheitern - eine Willkommensparty geschmissen bekommt.

Warten frustriert. Insbesondere dann, wenn es anscheinend nicht honoriert wird. Und nur zu oft streifen die Augen der Hauskinder aus den Fenstern und erhaschen einen Blick auf die Welt draussen, die glitzernden Möglichkeiten - nur eine kleine Entscheidung weit weg. Nur ein kurzes Hinaustreten aus dem Haus des Vaters.

Warten frustriert. Insbesondere dann, wenn andere nicht warten. Sich das vermeintliche Leben holen und mit dem Finger auf die zeigen, die sich mit dem Haus des Vaters begnügen. Das nun wie ein Gefängnis erscheint. Wo Verbotsschilder hängen und Vergnügen tabu sind.

Immer wieder wird es Situationen geben, in denen man dazu herausgefordert wird, das Haus des Vaters zu verlassen. Eigenständig zu leben und seinen Blick auf das eigene Vergnügen und das eigene Wohlergehen zu richten. Jeder Christ wird dazu verführt, an der Güte und Gnade des Vaters zu zweifeln. Das Leben und die eigenen Absichten zu hinterfragen.

Wie gehen wir mit Situationen um, die unsere Prinzipien, unsere Wertvorstellungen erschüttern? Die uns mit rationalen oder emotionalen Gründen überhäufen, warum es doch mehr Sinn macht, gewisse Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Warum es mehr Sinn macht, den Fokus auf Aktivität und auf das eigene Wohlergehen zu legen. Und nicht auf das Tun von Gottes Willen.

Situationen, die uns herausfordern, aus Gottes Haus zu treten und (zumeist gehts dabei ja um unser Glücksempfinden) selbst in die Hand zu nehmen, was zu einem vermeintlich guten Leben beiträgt. Erfordern eine bewusste Entscheidung. Nicht aufgrund von Regeln. Aufgrund von Konformität und Umfeld. Sondern eine Entscheidung aufgrund meines Herzenswunsches. Der immer da sein wird, egal, wie ich mich entscheide. Der mir meine Entscheidung gegen Gott immer vor Augen halten wird. Weil das, wonach ich mich sehne, nicht das ist, was ich mir selbst geben kann. Leider.
Oder besser zum Glück. Zum Glück gibts jemanden, der mein Herz besser kennt, als ich selbst. Der weiss, was ich brauche und was nicht. Der mich liebt, beschenkt. In dessen Fülle ich tagtäglich leben kann.
"Denn ein Tag in den Höfen des Tempels ist besser als tausend, die ich erwählte. Lieber an der Schwelle zum Haus meines Gottes stehen, als in den Zelten des Unrechts wohnen!" (Psalm 84, 11)

Tausende von Tagen, in denen ich aus mir und für mich lebe, kommen niemals an einen einzigen Tag in der Gegenwart Gottes heran. Nichts kann ersetzen, was das Haus meines Vaters an Reichtum und Fülle beinhaltet.
Es ist und bleibt meine Entscheidung. Entgegen aller Alternativen. Entgegen meinen Gefühlen. Entgegen dem, was andere leben. Entgegen dem, was ich glaube zu wollen. Das einzige, was ich wirklich will. Ist, im Haus und Gegenwart meines Vaters zu sein und zu bleiben: "Und ich werde bleiben im Hause des Herrn für immer" (Psalm 23, 6).


Psalm 84
Wie liebenswert sind deine Wohnungen, Jahwe, allmächtiger Gott!
3
Mein Inneres verzehrt sich in Sehnsucht nach den Höfen im Tempel Jahwes. Mit Leib und Seele jauchze ich dem lebendigen Gott zu.
4Selbst der Vogel hat ein Haus gefunden, die Schwalbe fand ein Nest für sich, in das sie ihre Jungen legt: deine Altäre, Jahwe, Allmächtiger, mein König und mein Gott.
5Wie glücklich sind die, die in deinem Haus wohnen. Immerzu loben sie dich!
6
Wie glücklich sind die, deren Stärke in dir ist, die sich zur Wallfahrt rüsten.
7
Wenn sie durchs Tränental ziehen, wird es zum Quellort durch sie, und der Frühregen hüllt es in Segen.
8Mit jedem Schritt wächst ihre Kraft, bis sie vor Gott in Zion erscheinen.
9Jahwe, allmächtiger Gott, höre mein Gebet! Vernimm es bitte, Jakobs Gott!
10
Blick freundlich auf unseren Schutz, schau auf das Gesicht deines Gesalbten!
11Denn ein Tag in den Höfen des Tempels ist besser als tausend, die ich erwählte. Lieber an der Schwelle zum Haus meines Gottes stehen, als in den Zelten des Unrechts wohnen!
12
Denn Jahwe, Gott, ist Sonne und Schild. Jahwe schenkt Gnade und Ehre. Denen, die in Aufrichtigkeit leben, enthält er gar nichts Gutes vor.
13
Jahwe, Allmächtiger! Glücklich der Mensch, der auf dich vertraut!

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28.7.08 10:29


Gott war 'in Christus', als er durch ihn die Menschen mit sich versöhnte, darauf verzichtete, ihnen ihre Verfehlungen anzurechnen, und uns die Botschaft der Versöhnung übergab.
- 2. Korinther 5, 19 -

Christen sind kompliziert. Denn sie sind im ständigen Versuch begriffen, alles richtig zu machen. Oh ja. Die Christenheit ist nicht frei. Die Christenheit ist gefangen in ihren Denkmustern. In ihren krankhaften Bemühungen um ein gutes Leben. Ich weiss, das ist nichts Neues in diesem Blog. Der Inhalt dieses Beitrags ist bereits in allen andern Beiträgen enthalten.

Warum also weiter darauf rumhacken? Warum über Christen herziehen, die sich anstrengen?

Weil dies so weit weg von dem Leben ist, zu dem Gott uns berufen hat!!! Und weil sich soviel ändert, wenn man beginnt zu erkennen, was "das Christentum" im Kern ausmacht!
Wenn Jesus das Gesetz erfüllt hat (Matthäus 5, 17), dann müssen wir das nicht mehr tun. So einfach ist das. All die guten Taten, um die sich Christen bemühen, all die schlechten Taten, denen sie krampfhaft aus dem Weg gehen. Dies soll nicht der Fokus unseres Lebens sein.

Gott achtet unser Bemühen, seine Gebote zu erfüllen. Wir sollen nach den Geboten leben (Matthäus 5, 19). Aber wir sollen uns nicht davon beherrschen lassen, Römer 7, 6: "Doch jetzt sind wir vom Gesetz freigekommen, wir sind tot für das Gesetz, das uns früher gefangen hielt. Jetzt stehen wir im Dienst einer neuen Ordnung, die vom Geist bestimmt ist, und werden nicht mehr von der alten beherrscht, die vom Buchstaben des Gesetzes beeinflusst war."

Die Gnade Gottes erfassen bedeutet aufzuhören, sich selbst zu verurteilen. Denn Gott tut dies schon lange nicht mehr. Denn es gilt: "Wenn daher jemand 'in Christus' ist, ist er eine neue Schöpfung: Was er früher war, ist vergangen, etwas Neues ist entstanden. Aber das alles kommt von Gott, der uns durch Christus mit sich selbst ausgesöhnt und uns aufgetragen hat, diese Botschaft von der Versöhnung zu verkündigen!"

Dies ist die Botschaft der Bibel: der Gott der Liebe. Das vielgepriesene Evangelium, die gute Botschaft. Nicht einzig das Kreuz. Sondern wofür das Kreuz steht.
Ein Symbol für die Liebe Gottes. Ein Zeichen dafür, dass er nicht aufgehört hat, die Menschen zu lieben. Der Schlüssel zur Türe, die direkt zu Gottes Heiligtum führt. Der Weg, der zum Leben führt.
Wir können nicht Versöhnung und Gnade und Liebe predigen, wenn wir diese nicht mit dem Herzen empfangen haben! Unsere Worte klingen hohl, wenn wir die Versöhnung mit Gott predigen - aber uns selbst anklagen.
Es ist vollbracht! Ein für alle Mal. Jede einzelne Schuld. Jeder Gedanke, der sich gegen Gott stellt, ist zugedeckt. Alles, was Gott an mir abstossend findet, ist getragen. Ich bin dazu befreit, ein schuldfreies Leben zu führen. Ein Leben, das von Gottes Gegenwart geprägt ist. Ich bin dazu befreit, Gott kennen zu lernen, mich von meinem Schöpfer, von meinem liebenden Vater lieben zu lassen. Meine Identität liegt in seinen Worten. In seiner Wahrheit finde ich mich selbst. Mein Lebenssinn muss ich nicht suchen, denn meine Erfüllung liegt in Gott. Psalm 73, 25: "Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde."
Was bleibt mir noch anderes übrig, als zu leben? Und mich leben zu lassen.

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24.7.08 09:44


Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viele Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun.
- Johannes 15, 5b -

Frau Superchrist verabschiedet sich. Endlich. Denn solche Besuche sind immer lästig. Konstantes Geplapper über die christlichen Tugenden. Während ich mich wie ein Verrückter abstrample um irgendwie noch mitzuhalten. Ja, ich habe einiges getan in den letzten Tagen. Mich angestrengt. Um den Ansprüchen von Frau Superchrist zu genügen. Während die Nächte schlafloser, die Gedanken abstruser und die Lage immer verzweifelter wurde.

Jetzt ist sie weg. Und zurück bleibt, was schon immer klar war. Ich bin einfach kein Superchrist. Egal, wie sehr ich das sein will. Egal, wie stark meine Hirnzellen in diese Richtung feuern. Geht nicht.

Keuchend niedergesunken. Ausgekotzt und niedergeschlagen. Während die Welt vorüberzieht. Mit immerwährender Energie. Auch Superchristen joggen vorbei. Als kämen sie frisch aus der Dusche, geschniegelt und mit einer beneidenswerten Leichtigkeit. Wie auch immer sie das bewerkstelligen. Sie wirken ziemlich natürlich und ungedopt dabei.

Wie geil ist doch die Erkenntnis, für die ich mich dann letzten Endes abgestrampelt habe. Die glückseligmachende Neuigkeit, dass auch edelste christliche Motive. Begründet in der Bibel. Umgesetzt im besten Glauben. Nicht ausreichen.
Gott sitzt neben dem Laufband. Nicht bösartig, keineswegs. Etwas mitleidig wahrscheinlich schon. Deutet manchmal - leicht verzweifelt - auf den eigentlichen Weg. Während ich blindlings weiterlaufe. Wartet geduldig. Bis die Beine nachgeben, sich verhedern, und ich vom Laufband auf den Boden der Realität zurückbefördert werde. Seufzt. Räuspert sich und meint: Na, das war ja schon mal ein ganz netter Versuch! Du hast den Willen, das seh ich! Kommt gut, wirklich! Jetzt erholst Du Dich ein wenig. Und dann probieren wir das Ganze nochmals. Etwas langsamer. Etwas weniger angestrengt. Natürlicher. Einfach wie's grad passt.
Und jetzt raus an die frische Luft. Ich komme gleich nach. Dann gehen wir die Strecke mal gemeinsam durch.

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15.7.08 13:46


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