glimpses of eternity

"Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn er hat mich gesalbt, um den Armen die gute Botschaft zu verkünden. Er hat mich gesandt, Gefangenen zu verkünden, dass sie freigelassen werden, Blinden, dass sie sehen werden, Unterdrückten, dass sie befreit werden und dass die Zeit der Gnade des Herrn gekommen ist." Er rollte die Schriftrolle zusammen, gab sie dem Synagogendiener zurück und setzte sich. Alle in der Synagoge sahen ihn an. Und er sagte: "Heute ist dieses Wort vor euren Augen und Ohren Wirklichkeit geworden!"
- Lukas 4, 18 - 21

Womit beginnt die von den Juden langersehnte Herrschaft Gottes? Sie beginnt mit einem Mann, der das 61. Kapitel aus Jesaja zitiert. Etwas gelangweilt wartet die Gemeinde auf eine weitere Predigt, die die Zukunft beschönigt und die Gegenwart erträglich macht. Doch der Rabbi setzt sich hin. Es wird still im Saal. Plötzlich sind alle hellwach. Selbst die Teenager, die kurz vor dem Erwachsensein stehen, stoppen ihre Blödeleien und blicken auf den Mann, der ein derartig unkonventionelles Verhalten zeigt. Und dann, als alle hinhören. In dem Moment, wo die Gemeindevorsteher bereits panisch Notfallpläne für das Desaster zusammenschustern. In dem Moment sagt Jesus ganz untheatralisch und selbstverständlich: "Heute ist dieses Wort vor euren Augen und Ohren Wirklichkeit geworden!"

Kein Wunder, geht ein Raunen durch die Menge. Erstarren die Leute in Unglaube, Verwunderung und Erstaunen. Nicht mehr warten müssen? Die vielen Verheissungen Gottes, mit denen man sich dauernd beschäftigte, die jedoch nie eintreffen werden, weil sie seit tausenden von Jahren nicht eingetroffen sind... wie kommt Jesus darauf, zu sagen, dass das Warten nun ein Ende hat?

Manchmal ergeht es uns, wie den Juden dazumals. Wir lesen von Verheissungen. Wir lesen davon, was Jesus gelebt, getan und gesagt hat. Und wir warten darauf, dass dies passiert. In einer völligen Passivität, weil wir wie nicht glauben können, dass irgendetwas davon auch in unserem Leben sichtbar werden könnte.

Leben mit Gott beinhaltet nicht einfach Aktivität. Darauf achten, gut zu sein und Gutes zu tun.
Sondern vielmehr auch das Wissen darum, dass die Zeit von Gottes Gnade heute im Hier und Jetzt stattfindet! Die Botschaft von Jesus gilt den Armen unserer Gesellschaft. Sie gilt denen, die ein zerbrochenes Herz haben, die Gefangen und gefesselt sind. Sie gilt den Trauernden und Niedergeschlagenen. Und sie besagt, dass Gott sich der Ungerechtigkeit und dem Elend erbarmt. Dass Gott sich im Hier und Jetzt um die Menschen kümmert.

Jesus ist die Message, dass Gott aktiv an unserem Leben teilhaben will. Dass ihm unser Leben nicht egal ist, dass er etwas daran ändern möchte. Oft fühlen wir uns alleingelassen und kämpfen uns durch Schwierigkeiten und Schicksalsschläge. Beten so, als ob Gottes Gnade erst noch anbrechen müsste.
Doch Jesus will bereits aufrichten. Er will uns in eine tiefe Gemeinschaft mit Gott hineinführen, in der wir gekrönt, getröstet und wiederhergestellt werden. Wir sind "Eichen der Gerechtigkeit" und "Pflanzung zur Verherrlichtung des Herrn" (Jesaja 61, 3). Wir sind die Priester des Herrn, Diener unseres GOttes, deren Seele über GOtt jubelt. Denn er hat uns die Gewänder des Heils angezogen und uns in die Robe der Gerechtigkeit gekleidet. Nicht eine Verheissung, auf deren Erfüllung wir warten sollen, sondern eine Verheissung, in der wir zu leben anfangen. Denn, so sagt Jesus, was in Jesaja 61 steht, ist bereits vor zweitausend Jahre Wirklichkeit geworden!

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12.10.08 11:28
 


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