glimpses of eternity

Ich rede von dem, was ich bei meinem Vater gesehen habe. Auch ihr tut, was ihr von eurem Vater gehört habt.
- Johannes 8, 38 -

Ich habe herausgefunden, dass ich Angst habe - was ich von mir nicht gedacht hätte. Zumindest nicht in dem Ausmass. Aber ich habe Angst. Am Liebsten wäre ich bereits im Himmel. Nicht weil das Leben nicht schön wäre, aber weil es so kompliziert ist. Ich Verantwortung übernehmen muss und nicht weiss, wie und wo.

Gott gibt uns Talente. Wir können damit anfangen, was wir wollen. 

Ich will mich investieren. Ich will nicht meinen Glauben veredeln, während die Menschen um mich herum verelenden. Das Reich Gottes ist bedroht von der Verelendung der Welt. Und ich sitze in meiner gottgesegneten Wohnung und poliere meine Heiliggeist-Erlebnisse.

Mein Herz ist halbherzig und abgeneigt gegenüber Schritten, die über meine Heiligkeitskomfortzone hinausgehen. Die Vielfalt meiner Entschuldigungen für mein Nichtstun ist überwältigend. Ich schäme mich vor mir selbst. Weil die Zeit vergeht und was ich tue die Welt nicht rettet. Zumindest nicht so, wie ich gern hätte.

Ich habe Angst. Ich habe Angst, zu lange zu warten und das Naheliegende nicht zu tun. Ich habe Angst, mich zu investieren und dabei in der Arbeit oder meinem christlichen Umfeld zu versumpfen. 

Meine ganze Geistlichkeit in der Grösse eines Stecknadelknopfs schreit schreit danach, endlich wieder zu wissen, dass ich weiterhin in einer krassen Berufung lebe. Dass Gott mich zum Segen setzt und ich nicht in Selbstanklagen versinken muss, wofür es keinen Grund gibt.

Aber ich bin überzeugt davon, dass da mehr ist als was ich bisher sehe. Und ich reisse meine Augen auf, um Gott zu erkennen und höre mit der Sehnsucht meines Herzens auf seine Stimme. Und alles, was ich zu hören kriege ist "Warte!". Ich habe keine Lust, zu warten. Weil ich in der ständigen Befürchtung lebe, Momente zu verpassen. Dinge zu unterlassen. Mich bei der ganzen Warterei nur noch um mich selbst zu drehen.

Ich fighte mit Gott. So wie einst Jakob (1. Mose 32, 25). Und mein stures Ego kämpft wie eine Wildsau und gibt nicht klein bei. Obwohl ich mich davor fürchte, nach dem Ende dieses Kampfes mein Leben nur noch hinkend zu verbringen (was ich eigentlich nicht will...), kann ich nicht aufgeben. Nicht, ohne alles zu sehen und zu haben, was möglich ist.
Ich will alles, weswegen ich auf den Moment warte, an dem Gott mich niederringt. Ich werde auch nicht aufhören, ihn nicht loslassen, solange er mich nicht gesegnet hat. Auf den Moment warte ich. Und er glaub ich auch.

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9.12.08 22:02
 


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