glimpses of eternity

Doch Jesus erwiderte: "Nein! Die Schrift sagt: 'Der Mensch braucht mehr als nur Brot zum Leben. Er lebt auch von jedem Wort, das aus dem Munde Gottes kommt.'"
- Matthäus 4, 4 -

Ich komme nicht umhin zu gestehen, dass ich einen starken Drang verspüre, meine auftretenden Bedürfnisse unmittelbar irgendwie zu erfüllen. Taucht in mir der Wunsch nach einem neuen Kleidungsstück auf, gehe ich shoppen. Am selben Tag.
Möchte ich von einer Minute auf die andere frisches Gemüse, Popcorn oder Pizza essen, organisiere ich die folgenden Stunden so, dass ich meine Essensbedürfnisse gestillt kriege.

Ich liebe es, meine Bedürfnisse zu befriedigen und den Belohnungseffekt zu erleben, den diese Bedürfnisbefriedigung mit sich bringt.

Doch was Jesus hier sagt und tut, lässt mich innehalten. Jesus hat Hunger. Nicht einfach mal Lust auf Popcorn aus der Mikrowelle. Sondern "sehr" Hunger. Und Hunger ist nunmal noch ein bisschen grundlegender und krasser, als mein eigenes Bedürfnis, das in Zeiten der Überfülltheit des Magens nach einem kleinen Extra verlangt.

Akute Bedürfnisbefriedigung ist oft so leicht entschuldbar. Gerade wenn es um Bedürfnisbefriedigung geht, wo ein Mangel kompensiert wird. Wir sehen das nicht als Sünde. Weil's durchaus "verständlich" ist. Entschuld- und erklärbar. Wir tun etwas (oder tun etwas nicht), weil wir gerade unzufrieden sind mit unserem Leben. Mit unserer Situation. Mit unserem Gefühlszustand. Wir verspüren/haben einen Mangel. Den wir mit gesellschaftlich akzeptierten Verhaltensweisen zu stillen versuchen. Die letztendlich jedoch nicht wirklich gesund für unsere Seele sind. Und diesen Mangel weder stillen, noch langfristig beheben.

Jesus macht ein klares Statement. Obwohl das Stillen von Hunger eine durchaus natürliche Sache wäre, lässt er es bleiben. Er bleibt in der Abhängigkeit von Gott selbst und verzichtet darauf, sich selber zu nehmen, was er doch haben dürfte. 

"Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus dem Munde Gottes kommt." Damit ist nicht einfach das Bibellesen gemeint. Sondern eine Art Urvertrauen, das wir Gott entgegenbringen. Gott führte sein Volk in eine direkte Abhängigkeit von ihm (5. Mose 8, 3). Um ihnen aufzuzeigen, dass das Erfüllen eigener Bedürfnisse nicht das Zentrale ihres Lebens ist.

Für mich bedeutet das, gewisse Dinge einfach nicht mehr zu tun. Mir selbst Einhalt gebieten. Meine Bedürfnisse als durchaus gerechtfertigt anzusehen. Jedoch nicht als Triebfeder meines Verhaltens. Ich möchte aus Gott heraus leben. Von jedem Wort, das aus seinem Mund kommt. Ich will, dass meine Seele in ihm ruht. Selbst wenn alles andere nach Essen schreit. Ich will mein Verhalten nicht mit billigen Entschuldigungen rechtfertigen, die ich teilweise sogar ernsthaft glaube. Sondern mich darauf verlassen, dass er meinen Mangel stillt.
Ich möchte immer wieder davon ausgehen, dass er für mich sorgt, so, wie er sich um Israel gekümmert hat (5. Mose 8). Allen Versuchungen, die mir sagen, ich könnte mich auch selbst glücklich machen, widerstehen. Gerade weil ich weiss, dass sie letztendlich nur Symptombekämpfung sind. Weil das, was ich letztendlich brauche und bedarf immer nur bei Gott zu finden sein wird.
(Was nach meinen bisherigen Erkenntnissen jedoch nicht bedeuten muss, dass ich nicht mehr Shoppen gehen oder frisches Gemüse essen darf...)

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2.1.09 11:59
 


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